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Ordination in Röckingen von Pfarrer Michael Babel

Ordination, was heißt das eigentlich? Im lateinischen bedeutet „ordinatio“ Weihe.
Aber wurde ich wirklich geweiht an diesem Tag? Die Ordination zum geistlichen Amt
und die Berufung zum Dienst an meiner Kirche. Damit einhergehend die Beauftragung
mit der öffentlichen Wortverkündigung und der Sakramentsverwaltung. So heißt es in
der Sprache der Landeskirche. Ich werde in der Gemeinde dienen und erhalte dafür an
diesem Tag meine Beauftragung. Zum einen ist das eine große Verantwortung, zum anderen
für mich der schönste Beruf.
Die Sonne strahlte an diesem Sonntag, den 25.September 2016 mit mir um die Wette.
Ich spürte deutlich: Das wird ein großer Tag für meine neuen Gemeinden Fürnheim und
Röckingen, für meine Familie und natürlich für mich.
Vor dem Gottesdienst trafen sich die Kirchenvorstehenden, mein zukünftiges Pfarrkapitel,
die Assistierenden für meine Segnung, Regionalbischöfin Bornowski und ich im Gemeindehaus.
Hört sich nach vielen Personen an und das waren wir auch. Gemeinsam setze
sich der Zug Richtung Kirche in Bewegung, begleitet von Posaunenklängen.
Als ich dann als letztes in die vollbesetzte, wunderschön ausgeschmückte, Kirche trat,
wurde mir die Tragweite dieses Gottesdienstes wieder bewusst.
Viele waren gekommen, um diesen Tag zusammen zu feiern. Meine neuen Gemeindeglieder,
Familie und Freunde, ein ganzer Bus aus meiner Vikariatsgemeinde Schillingsfürst
und viele mehr. Dazu die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes mit Orgel,
Kirchenchor und Posaunenchor. Als dann das erste Lied „Tut mir auf die schöne
Pforte“ erklang, hatte ich wirklich das Gefühl, als tönt hinter mir die Signalhupe
eines großen Dampfers: „Tuuuuut!“ Frau Bornowskis Predigt war sehr persönlich
und machte Mut für das Leben als Pfarrer: „Als Pfarrer müssen Sie nicht Apostel, Prophet,
Evangelist, Hirte und Lehrer gleichzeitig sein, auch wenn es unterschiedliche Anteile
davon in der Ausübung des Berufs gibt. Gott will Sie nicht überfordern, sondern mit
Ihren Gaben in Dienst nehmen…Sie, lieber Herr Babel, sollen mit Ihrer Gemeinde gemeinsam
entdecken, wie man den Glauben in der Welt leben kann, wie uns Gottes Weisungen
und die Frohe Botschaft heute zum Leben helfen können.“
Worte, die mich mein ganzes Pfarrersleben begleiten werden.
Dann war es soweit. Meine Assistierenden und Frau Bornowski sprachen mir den Segen
zu und somit war ich ordinierter Pfarrer. Ein ganz besonderer, intensiver Moment. Als
erste Amtshandlung durfte ich das Abendmahl einsetzen und mit der ganzen Gemeinde
feiern. Der wunderbare Gottesdienst setzte sich
mit einem Empfang an der Schule fort. Die Gemeinden hatten ein Zelt, Tische und Bänke
aufgebaut, es gab Kuchen, Kaffee und kalte Getränke. Zwischen musikalischen
Darbietungen des Posaunenchores und des Kirchenchores gab es kurze und unterhaltsame
Grußworte und viele tolle Gespräche. Noch heute, wenn ich an diesen Tag zurückdenke,
bin ich dankbar und glücklich. Alles war gut organisiert und ich habe die Freude
der Menschen in ihren Gesichtern gesehen. Die Erinnerung an meine Ordination
gibt mir Kraft, Mut und Freude, meinen Gemeinden und meiner Kirche zu dienen, auch
wenn vielleicht die Sonne einmal nicht so sehr strahlt.
Pfarrer Michael Babel