21. November 2015 Von Rainer Schülein 0

Das Dekanatsgebäude wird im kommenden Jahr Generalsaniert

Im „Dekanat“ (Baujahr 1696) befinden sich das Pfarramts- und Dekanatsbüro, sowie das Büro des Geschäftsführers des Bayerischen Kirchentages und Diakones und das Amtszimmer
des Dekans. Darüberhinaus birgt es auch noch die Dekanatsmedienstelle und die Kapitelsbibliothek mit Büchern, die z. T. aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Im Obergeschoss des Hauses befindet sich die Dienstwohnung des 1. Pfarrers und Dekans von Wassertrüdingen.
Vor vier Jahren begannen die ersten Überlegungen, die Fenster, die z. T. noch aus der Vorkriegszeit stammen, zu erneuern. Aber
die erste Baubegehung mit dem Sachverständigen der Landeskirche zeigte eine Reihe von weiteren Schäden, die eine eingehende Untersuchung der Bausubstanz notwendig
werden ließen: denn im Dachstuhlbereich waren wesentliche Balken z. T. abgefault und schon der Augenschein ließ statische Verwerfungen erahnen. Dazu entdeckten wir massive Schäden im Fachwerkbereich.

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Im Blick auf das Fachwerk wurde festgestellt, dass dieses erst vor 40 Jahren freigelegt worden war und die Instandsetzung damals nur oberflächlich erfolgte und die Verfachungen nicht fachgerecht durchgeführt wurden. Wörtlich heißt es: „Es wird
dringend davon abgeraten, die in den 70er Jahren freigelegte Fachwerkkonstruktion der Außenwände weiterhin als Sichtfachwerk stehen zu lassen.“

Die intensiven Untersuchungen erbrachten das Ergebnis: „Es kann nur dringend geraten werden, die gesamte Dachkonstruktionstatisch zu ertüchtigen. Die Eingriffe sind unter Beachtung der denkmalpflegerischen Anforderungen zu planen und auszuführen.“

Nachdem bereits die ersten Kostenschätzungen immense Summen erahnen ließen und dann noch zu allem Überfluss eine PCPBelastung (Holzschutzmittelgifte) im Treppenhaus
und in der Deckenbalkenlage festgestellt wurde, hat der Kirchenvorstand mit dem Landesamt für Denkmalpflege über einen Abriss und Neubau des Gebäudes verhandelt.

Das Ergebnis war eine eindeutige Stellungnahme gegen den Abriss:

„Das Dekanatsgebäude ist ein Baudenkmal von erheblicher Bedeutung für die Stadt Wassertrüdingen, weshalb in jedem Fall gewichtige Gründe des Denkmalschutzes für seinen Erhalt sprechen. (…) Ein Abbruch des Gebäudes ist aus Sicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege entschieden abzulehnen. Auch ein vollständiger Abbruch und Neuabbund der Dachkonstruktion wäre im vorliegenden Fall nicht zu rechtfertigen. Damit waren neue Verhandlungen mit der Landeskirche notwendig. Diese hat nun die Maßnahme im Gesamtpaket eines Immobilienkonzeptes für Wassertrüdingen genehmigt, an dessen Ende eine Reduzierung von weiteren Gebäuden stehen wird. Konkret heißt es: Im Fall eines Stellenwechsels auf der zweiten Pfarrstelle soll das zweite Pfarrhaus in der Bahnhofstraße verkauft werden. Für einen zukünftigen Stelleninhaber
muss dann eine Dienstwohnung angemietet werden. Damit die Verwaltungsstelle mehr Platz erhält und das Gemeindehaus saniert werden kann, soll in der Eislerstraße ein gemeinsames Objekt geplant und gebaut werden, das dann Gemeindehaus und Verwaltungstelle unter einem Dach ermöglicht. Hier werden Synergieeffekte im Blick auf Versorgung und Sozialräume erwartet. Diese Planung wird in den nächsten drei bis fünf Jahren umgesetzt werden. Die Finanzierung für das Dekanatsgebäude steht und wird mit über 850.000 € von der Landeskirche bezuschusst werden, die Kirchengemeinde ist mit 50.000 € Eigenmitteldabei. Außerdem soll die  Baupflichtablösesumme vom 2. Pfarrhaus in die Maßnahme fließen. Im Blick auf das andere Projekt, dem Bau bzw. Gestaltung eines Gemeindezentrums, werden wir als Kirchengemeinde ungleich mehr gefordert sein. Hier werden im kommenden Jahr die ersten Planungsüberlegungen geschehen. Fakt ist: Im Herbst und Winter werden die Baumaßnahmen am Dekanatsgebäude vorbereitet und dann sollen die Arbeiten nach Ostern beginnen. Das bedeutet, dass das ganze Gebäude für die Bauzeit vollkommen ausgeräumt werden muss.
Für die Büros haben wir Ausweichräume im Blick, ebenso muss Familie Rummel die Dienstwohnung komplett räumen. Auch wenn mit der Maßnahme eine riesige Baumaßnahme auf uns zukommt, so ist das ganze Immobilienkonzept eine einmalige Chance das alte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert generalsaniert zu bekommen.